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Presse
Freitag, 03.04.2026 16:46 Uhr

Neuer Teamplayer im Huskies Rudel

HNA Bericht vom 25.09.2025

Es braucht nur einen Satz, um deutlich zu machen, was Scarlett Greb auf dem Eis auszeichnet. „Ich freue mich, dass ich dem Team etwas geben konnte“, lautet das Fazit der 18-Jährigen nach ihrem ersten Saisonspiel für die Kassel Huskies Ladies. In der Eishockey-Bezirksliga Nordrhein-Westfalen steuerte der Neuzugang beim Auftakt gegen die DEC Düsseldorf Devils Mitte September zwei Tore und eine Vorlage bei – und bewies im Gespräch danach bedingungslose Teamfähigkeit.

Das nächste Mal kann sich Greb am Freitag in den Dienst der Mannschaft stellen: Auswärts stehen die Huskies Ladies dem Herforder EV gegenüber (20 Uhr). Wenn es Mitte Oktober dann erstmals in der Probonio-Arena aufs Eis geht, kehrt Greb an eine alte Wirkungsstätte zurück: Von 2021 bis 2024 schwang sie den Schläger schon einmal für Kassel, damals spielte sie im Jugendbereich bei den Jungs mit.

„Da ging es ordentlich zur Sache“, erinnert sich Greb. Mit der fordernden Spielweise hat die 18-Jährige kein Problem. „Ich mag es körperbetont und spiele sogar lieber bei den Jungs mit“, erklärt sie. Generell sei sie „ehrgeizig und tue viel dafür, etwas zu bekommen, das ich möchte“. In der Verteidigung fühle sie sich deshalb „richtig wohl“.

Über ihre Brüder fand Greb, die als Kind Fußball, Handball, Eiskunstlauf sowie Garde- und Showtanz ausprobierte, im Alter von acht Jahren zum Eishockey. „Der Sport hat mich so gecatcht, dass ich einfach dabei geblieben bin“, sagt Greb. Ihre Laufbahn begann sie in Lauterbach, über Bad Nauheim ging es zunächst für drei Jahre nach Kassel. Nach einem vereinslosen Jahr und einer weiteren Saison in Bad Nauheim ist die Verteidigerin nun zurück in der Herkulesstadt.

Nach ihrem Abitur im Sommer begann Greb eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte an der Lehrkräfteakademie in Alsfeld. „Ich wollte meinen Traum vom Eishockey nicht aufgeben“, erklärt Greb. „In Bad Nauheim gab es aber Meinungsverschiedenheiten mit einem Trainer. Dort wollte ich nicht weiterspielen.“

Dann habe sich Felizia Katzer, Koordinatorin des Frauen-Eishockeys bei den Huskies Ladies, bei ihr gemeldet – und wenig später stand der Plan, in die Stadt an der Fulda zurückzukehren. Wegen der Rivalität zwischen Kassel und Bad Nauheim habe sich die 18-Jährige nie blöde Sprüche anhören müssen: „Dadurch, dass wir in unserer Liga sowieso nicht gegen Nauheim spielen, ist das bei den Frauen kein großes Thema.“

Apropos großes Thema: Vor wenigen Jahren war das für Greb auch die deutsche U16-Nationalmannschaft, für die sie einige Spiele absolvierte. Unter anderem nahm sie mit der Auswahl 2023 am Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival teil. Alle vier Spiele gingen verloren, dennoch bleibt eine positive Erinnerung. „Die Mannschaft war sehr cool“, sagt Greb. „Wir haben uns sonst nicht oft gesehen und da mal viel Zeit zusammen verbracht. Dabei habe ich einige Freundschaften geschlossen.“

Ein denkwürdiger Moment war für die 18-Jährige auch ihr erstes Sichtungsspiel in Berlin: „Damals war ich 15 oder 16 Jahre alt. Im Spiel habe ich einen schönen Backcheck gefahren. Da meinte meine Trainerin später: Das hätte niemand anders so gut gemacht.“ Nach der U16 nahm Greb an ein paar Trainingslagern der U18 teil und stand mehrfach auf Abruf.

Mittlerweile spielt die Nationalmannschaft für sie keine große Rolle mehr: „Ich bin ja schon 18 und müsste dementsprechend zu einem Lehrgang vom A-Kader eingeladen werden – die haben aber ihr festes Team.“

Mit den Huskies Ladies, zu deren Training sie von ihrem Heimatort Engelrod im Vogelsbergkreis pro Weg eineinhalb Stunden fährt, verfolgt Greb das große Ziel des Aufstiegs. „Hier zu spielen gibt mir auch die Gelegenheit, weiteren Mädchen Eishockey näherzubringen“, erklärt die Verteidigerin. Warum das so wichtig ist? „Viele hören bei den Jungs irgendwann auf, weil sie nicht mehr mithalten können, und geben den Sport dann ganz auf.“ Das möchte Greb verhindern – schließlich steht das Team bei ihr an erster Stelle.